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Leistung mal zwei?


Selbstgemacht: Doppelte Geschwindigkeit für einen Power Mac G4

FastMac G4/1,467 in einem Power Mac G4/733 "Digital Audio"


ab, 06. April 2007 – Es ist schon einige Zeit vergangen, seitdem ich meinem Power Mac ein neues Herz spendiert habe, ohne dass ich – stark in Anspruch genommen durch meine Abschlussprüfungen an der Uni – bislang über dieses Upgrade berichtet habe. Nun aber habe ich mich doch noch zu einem kurzen Testbericht durchgerungen, denn die Sache ist mehr als nur der Erwähnung wert: Mit dem neuen G4-Chip unter der Haube rennt mein extra für diesen Zweck bei eBay erworbener Power Mac G4 "Digital Audio" wie die sprichwörtliche "g'sengde Sau."

Erst mal zur Vorgeschichte:
Ich hatte ein PowerBook G4/1,67 aus der vorletzten Serie und war damit auch etwa ein Jahr lang sehr zufrieden (Testbericht gibt´s hier). Doch nach und nach musste ich feststellen, dass der mobile Mac bei einigen Anwendungen, die die Festplatte sehr beanspruchen, z.B. Photoshop, ziemlich in die Knie geht. Das war mir ein Dorn im Auge. Mangels Geldmitteln für einen aktuellen Mac, entschloss ich mich zum Kauf und Upgrade eines gebrauchten Power Mac G4/733.

Nach gründlicher Recherche entschied ich, dass für mich – aufgrund mangelnder Verfügbarkeit von Upgrades mit dem bereits legendären PowerPC 7448, auf den ich eigentlich gehofft hatte (mittlerweile doch auf den Markt gekommen) – nur ein Typ von G4-Upgrade in Frage käme: ein PowerPC 7455 mit großem Level-3-Cache und möglichst hoher Taktrate. Angeboten wurde eine Tochterkarte mit diesem Chip von den US-amerikanischen Herstellern Sonnet und FastMac, mittlerweile auch von Gigadesigns. Ich entschied mich für FastMac, weil dieses Upgrade etwas preiswerter war (289 Dollar) und – ganz subjektiv – weil mich die verbaute Kühlkörper/Lüfter-Kombination optisch ansprach.

Foto des Prozessorupgrades
Der bronzefarbene Kühlkörper mit dem Lüfter am "Hinterteil" lässt das Upgrade etwas wie eines der propellor-getriebenen Boote aus Florida aussehen, die uns Europäern aus den US-Fersehserien der 80er Jahre bekannt sind. Das Design verspricht nicht zuviel: Die Leistung des Upgrades überzeugt.
Hinweis in eigener Sache:
Dieser Bericht ersetzt nicht die gründliche Lektüre
der mitgelieferten Einbauanleitung! Der Umbau erfolgt
auf Ihre eigene Verantwortung!

Der Einbau des neuen Prozessor verläuft völlig problemlos, es sei lediglich drauf hingewiesen, dass die Tochterkarte tunlichst nicht am Kühlkörper angefasst werden sollten, im Besonderen nicht beim manuellen Hineindrücken in den Prozessorkartensteckplatz, da sonst die wertvolle CPU beschädigt werden kann. Man sollte die Tochterkarte ausschließlich am Rand der Platine berühren.

Nach dem Einbau kommt der spannende Moment: Die Maschine muss zum Leben erweckt werden. Bange Sekunden bis zum Drücken des Einschaltknopfes am Mac... Eine Schrecksekunden, dann läuft der Rechner an. Er lebt! Unter die Begeisterung über das Erfolgserlebnis mischt sich geringe Enttäuschung wegen des lauten Geräuschs, das der Lüfter des neuen Prozessors fabriziert.

Der Desktop von Mac OS X erscheint am Display und das Testen kann beginnen. Wie wird sich der neue Prozessor im Verglich mit dem taktratenschnelleren PowerBook G4 schlagen?
Ich fahre das übliche Testprogramm: Zunächst ein "theoretischer Testwert", d.h. Xbench, danach gibt es "echte Real-World-Tests": Cinebench und eine Adobe Photoshop-Test.
Zum einen wird es natürlich interessant sein zu sehen, wieviel Mehrleistung der Power Mac mit dem Upgrade bringt. Zum anderen wird aber auch die Frage wesentlich sein, wie sich der aufgerüstete Rechner im Vergleich mit einem aktuelleren G4-Prozessor, nämlich dem PPC 7447 im PowerBook G4, schlägt. Mal sehen, welcher Testkandidat am Ende die Nase vorne hat.

Test 1: Xbench 1.2 

Xbench-Testergebnisse

Die Xbench-Testergebnisse zeigen eine Verdopplung der Prozessorleistung des Power Mac. Auch die Ergebnisse im Thread-Test und bei Grafik haben sich verdoppelt. Das User-Interface ist nur gar dreimal so schnell wie mit dem originalen 733Mhz-Prozessor.
Im Vergleich mit dem PowerBook liegt der Power Mac auch mit dem Upgrade noch leicht zurück, was natürlich an der nominal geringeren Taktrate liegt. Wenn man Xbench glauben darf, macht der 1,67 Ghz schnelle PPC 7447 im PowerBook die langsamere 2,5"-Festplatte des Laptops wett und bringt das PowerBook in unserem Test auf den ersten Platz. Doch wie gesagt: Es handelt sich hierbei um einen theoretischen Testwert, der von der Praxis denkbar fern ist (vgl. Photoshop-Test unten).
Test 2: Cinebench 9.5

Cinebench-Testergebnisse

Auch beim Cinebench-Test kann sich das PowerBook noch absetzen, die höhere Taktrate beim Prozessor führt beim Rendering zu besseren Ergebnissen. Selbst die schnellere Grafikkarte (Radeon 9800) im Power Mac führt hier nicht zum Sieg. Cinebench ist allerdings ein Test, der ausschließlich über Prozessorleistung und die Leistung der Grafikkarte etwas aussagen kann.
Ein wirklich realitätsnaher Test, der alle Komponenten des Computers gemeinsam auf die Probe stellt, folgt nun.
Test 3: Photoshop CS 

Rechner
PM G4 / 733
PM G4 / 1,467
PB G4 / 1,67
Testwert
(in Minuten, weniger ist besser)
6:41
5:29
6:44
Leistung
in Prozent
100%
122%
99%

In dieser Test-Suite, die einen normalen Produktionsablauf in Photoshop simuliert, fällt das PowerBook regelrecht zurück. Es ist sogar langsamer als der PowerMac mit der originalen G4/733-Prozessorkarte. Offensichtlich machen sich hier die langsame Notebook-Festplatte und auch das Fehlen eines Level-3-Caches im PowerBook ganz negativ bemerkbar.
Aufgerüstet mit dem FastMac-Upgrade ist der PowerMac sogar 75 Sekunden schneller mit der Aufgabe fertig als das PowerBook, das nominal 200 Mhz mehr hat. Verglichen mit dem 733-Mhz-Basissystem ist der Geschwindkeitszuwachs allerdings nicht ganz so dramatisch, hier hatte ich mehr erwartet. Daran zeigt sich die enorme Bedeutung einer schnellen Festplatte für die Gesamtperformance eines Arbeitsplatzes, denn der Prozessortausch alleine brachte in diesem Test einen Leistungszuwachs von lediglich 22%, trotz doppelter Taktrate und doppelt so großem Level-3-Cache.
SpassamDienstag-FAZIT:
»Ein Muskelprotz aus der guten alten Zeit«

Das Upgrade hat sich definitiv gelohnt. Verglichen mit dem Basissystem mit 733 Mhz zeigt sich in allen Bereichen ein deutlicher Leistungszuwachs. Der PowerMac ist verjüngt und arbeitet nun subjektiv sogar schneller als das PowerBook G4, das nominal höher getaktet und fünf Jahre jünger ist. Gerade bei leistungsintensiven Anwendungen im Bereich der Bildbearbeitung kann der Desktop-Mac sich nun deutlich absetzen. Für diese Mehrleistung ist der Kostenaufwand von unter 300 Euro inkl. Versand und Steuern (beim Import aus den USA) ein echter Schnäppchenpreis. Punktabzug gibt es für den lauten Lüfter, den FastMac standardmäßig verbaut.

4 von 5 Punkten


Links und weitere Infos zu diesem Testbericht:
100 oder 133 Mhz-Bus?
Wir haben das FastMac-Upgrade in einem Power Mac G4 "Digital Audio" getestet. Dieser Rechner hat einen 133Mhz-schnellen Systembus. Das Upgrade könnte allerdings auch in einem Power Mac G4 mit 100Mhz-schnellem Bus installiert werden. Dort würde es dann nicht 1,467 sondern sogar 1,5 Ghz leisten.
Nicht verwendet werden kann dieses Upgrade in einem Power Mac G4 der letzten Produktionsreihe, den sogenannten "Mirrored Drive Doors" (MDD) - Power Macs. Für diese Serie bieten derzeit nur Sonnet und Gigadesigns passende Upgrades an.
Import aus den USA?
Wenn man Waren (z.B. einen Prozessor) in den Vereinigten Staaten bestellt, muss man neben den hohen Portokosten (ab 35$) auch noch an den Wechselkurs (Dollar / Euro) und die MwSt. denken, die in Deutschland nachgezahlt werden muss.
Links zu den genannten Prozessorkartenherstellern (alle aus den USA):
FastMac
www.fastmac.com
Sonnet Technology
www.sonnettech.com
Gigadesigns
www.gigadesigns.com
Lesen Sie demnächst hier auf SpassamDienstag:
NewerTechs MAXPower G4 / 7448 im Test.
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